10 zu machen, die ja kaum ins fz. übersetzt worden sind, deren vor- aussichtlich nicht bedeutender Einflufs auf die fz. Dichtkunst übrigens im einzelnen noch genauer zu verfolgen ist. Dafs die sp. Sprache sich zu einer Zeit verhâltnismâfsig weiter Verbreitung in Frankreich erfreute, mufs besonders betont werden, wiewohl es bei der Welt- stellung der Bewohner der iberischen Halbinsel, die das sp. zur internationalen Sprache machte, nur natürlich ist. Um nun den ungefâhren Zeitpunkt festzulegen, an dem das sp. in Frankreich weiteren Eingang fand, hat man oft ein Wort von Cervantes zitiert: ,,En Francia ni varon ni mujer deja de aprender la lengua castel- lana" (Persiles y Sigismonda, 1617). Diese übrigens nur auf Hôrensagen beruhende Behauptung war zwar für die Zeit, in der sie ausgesprochen wurde, noch nient richtig, wohl aber wurde sie einige Jahrzehnte spater zur Tatsache. In einer sp. Grammatik, die Desroziers im Jahre 1659 herausgab, heifst es: ,,La langue espagnole commence à devenir si familière". Dafs das sp. in Frankreich mit der Zeit eine âhniiche Stellung einnahm, wie einst das Griechjsche in Rom oder spâter das fz. in Deutschland im 18. Jahrhundert, dafs es die Sprache der vornehmen Welt, der LiLeraten wurde, ist nicht zuletzt dem Einflufs der geistvollen Anne d'Autriche, der Gattin Ludwigs XHI., zu danken. Die Gelegenheit, die sp. Sprache zu erlernen, war in ziemlich hohem Mafse vor- handen. Unter denSpra.ch)ehrern,.Herausgebern vonGra.mmatiken und Wôrterbùchern môgen genannt sein: Pallet, Lancelot, Robles, J. de Luna, A. de Luna, G. Texeda, H. Texeda, Oudin, Bense du Puis, Desroziers. Nur von zwei weiteren Mânnern soli kurz etwas gesagt werden. 4. Salazar, Perez. 8. Ambrosio de Salazar war in Rouen als Sprachlehrer tâtig. Ais der Kônig Anna von Ôsterreich heiratete, wurde er dazu ausersehen, Ludwig in die Sprache seiner Gattin einzuführen. Salazar verôffentlichte neben etwa einem Dutzend anderer Werke auch ein Buch für seine Landsleute in Frankreich (t6l6), an denen es namentlich in Paris nicht fehlte. Ihr Wesen und ihr Auftreten wurde vielfach von den Parisern nachgeahmt, so dafs sich hier etwas ÂhnHches wiederfindet wie nngefâhr um dieselbe Zeit in England. Wurden dort die ,,gulls", italianisierteEnglânder, Stutzer und Tagediebe, die in Italien gewesen waren und sich italienische Ausdrücke und Manieren angewôhnt hatten, gehafst, so zeigt sich auch in Frankreich gegen jene Français espagnolisés eine wenn nicht gerade feindselige, so doch spüttelnde Stimmung (vgl. die Memoiren von Sully, die 8. Satire von Régnier). Erwâhnt sei noch Antonio Perez, jener Minister Philipps II. von Spanien, der im Auftrage seines Kônigs einen politischen Mord begangen und, als Philipp sein Werkzeug dem Volke opfern wollte, die Flucht ergriffen hatte. Perez kam im November 159 nach