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Carcassonne, betrachtet, wenn man sich des Inquisitions-
gerichtes erinnert, das hauptsâch!ich im Jahr 1229 u. ff.
viole Hunderte zu den quatvoiïsten Torturen und zum
Scheiterhaufen verurtheilte. Noch jetzt ateht dieses düstere
Inquiaitionsgebâude bei der Place St-Michel und beher-
bergte bis in die neueste Zeit Jesuiten, noch jetzt führt
daselbst eine Strasse den Namen Rue de l'Inquisition.
Toulouse bat sich auch iu Bpatern Jahrhunderten den
traurigen Ruhm einer fanatischen, bigotten und nnatern
Stadt Jeider nur allzu reichlich verdient. Zeugen deasen
aind die Grauet der Hugenottenkriege 1562 u. ff., die
Verbrennung des itatieniachen Philosophen Vanini, den
das Parlament wegen Zaubexei und a!8 ~Blasphémateur
du nom de Dieu" zum Flammentod verurtheilte und vor
seinem Ende die Zunge ausreissen liess, sowie der Justiz-
mord an Jean Calas 1694.

Ob seither in die vielgenannte Stadt ein freierer
Geiat eingezogen, kann ich weder bejahen noch ver-
neinen Zweifel sind erlaubt, wenn man bedenkt, daaa
der Madonnaschwindel in Lourdes an der hohen Geist-
lichkeit in Toulouse mehr Fursprecher als Bekampfer
gefunden hat und wenn man die Behauptung einea be-
rühmten franzosischen Schriftstellers der neuesten Zeit
richtig würdigt, dass Toulouse mit seinen reichen Bildungs-
anstalten aller Art bei Weitem nicht auf der hohen
Stufe stehe, die es einnehmea konnte.
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